Vor einem Jahr hätte ich die Frage noch mit „Offenstall“ beantwortet. Ich habe mir nicht vorstellen können meine Pferde in etwas Anderem als einem Offenstall zu halten. Kontakt mit Artgenossen, Bewegung nd Futter wann immer sie möchten. Abby hat die ersten 10 Jahre ihres Leben in ihrem Familienverband im Offenstall verbracht. Finlay ist dort hinein geboren und war später in einer großartigen Aufzucht. Wir waren Selbstversorger, konnten bestimmen wer in die Herde kommt und wer nicht. Es war eine großartige Zeit. Dann kam die Zeit der Pensionsställe. Und obwohl wir auch hier großartige Ställe und Stallbesitzer kennen gelernt h
aben, haben sich Kleinigkeiten verändert. Hier eine kleinere Schramme, da eine größere Verletzung. Kleinere gesundheitliche Themen. Abby hatte immer wieder eine Gewichtsthematik. Finlay war oft müde und abgeschlafen. Nun stehe ich seit Herbst bzw. Winter mit beiden Pferden in einem „Sportstall“. Paddockboxen, Führanlage, stundenweise Weide-/Paddoclgang zu Zweit, tolle Trainingsbedingungen. Und was soll ich sagen? Ich erkenne meine Pferde nicht wieder. Sie waren noch nie so entspannt, haben noch nie so gechillt gelebt. Abby hat von ganz alleine gesund abgenommen, frisst viel ruhiger, macht längere Fresspausen, ruht in sich. Finlay ist wieder wach, motiviert und fröhlich. Die früheren Ställe waren nicht schlecht… aber die Herden immer wild zusammen gemischt. Es standen Pferde zusammen, die sich normalerweise nie gefunden hätten und mussten miteinander auskommen. Kein Platz für individuelle Befindlichkeiten. Im jetzigen Stall stimmt das Management. Die Stallbesitzer kümmern sich rührend und haben jedes Pferd als Individuum im Blick. Und dank der Führanlage und der Trainingsbedingungen haben die Pferde mehr Bewegung, als im Offenstall, wo sie oft nur am Heu standen. Finde ich deswegen Paddockboxen plötzlich besser, als einen Offenstall? Nein, ganz bestimmt nicht. Aber ich werde zukünftig deutlich mehr auf das Management achten. Lieber ein gut geführter Boxenstall, als ein schlecht geführter Offenstall. Immer die Deteilas und das Individuum im Blick.
