„Einfach weniger füttern“ ist nicht immer die beste Lösung. Ich weiß, dieser Satz klingt erstmal komisch. Denn wenn ein Pferd zu viel Gewicht auf den Rippen hat, liegt der Gedanke nahe: weniger Futter = weniger Gewicht. Ganz so einfach ist es aber nicht. Denn bei einer Rationsanpassung geht es nicht nur darum wie viele Kalorien wir streichen können. Es geht auch darum, dass dein Pferd trotz einer reduzierten Energiezufuhr weiterhin mit allem versorgt wird, was es braucht. Und genau hier sehe ich in der Praxis häuig Probleme.
- Das Heu wird drastisch reduziert
- Kraftfutter wird komplett gestrichen
- Mineralfutter wird gleich mit weggelassen
- Das Pferd steht plötzlich stundenlang ohne Futter da
Das Gewicht geht vielleicht runter – aber ist die Fütterung dadurch automatisch bedarfsgerecht? Nein. Gerade bei übergewichtigen Pferden ist es wichtig genauer hinzuschauen:
- Wie viel Energie bekommt das Pferd tatsächlich?
- Wie sieht die Heuqualität aus?
- Wie viel Raufutter braucht es für eine möglichst pferdegerechte Fütterung
- Sind Mineralstoffe und Spurenelemente weiterhin ausreichend abgedeckt
- Wie viel Bewegung bekommt das Pferd im Alltag wirklich?
- Und gibt es möglicherweise gesundheitliche Faktoren, die wir berücksichtigen sollten?
Abehmen sollte nicht bedeuten, das Pferd einfach „auf Diät zu setzen“. Das Ziel ist eine Ration, die beim Gewichtsmanagement hilft und gleichzeitig die Bedürfnisse des Pferdes berücksichtigt. Denn weniger Futter ist nicht automatisch eine bessere Fütterung. Wenn du bei deinem Pferd gerade vor der Frage stehst „Was darf ich jetzt überhaupt noch füttern?“, dann folge mir. Hier geht es nicht um Fütterungsmythen oder pauschale Lösungen, sondern darum, Pferdefütterung wirklich zu verstehen. Und genau das kann den entscheidenden Unterschied machen.
